26 Jun 2019

Warum ist DIPKO eine Plattform?

Drei Fragen an IT-Architekt Christian von Ehrenstein

Vom Online-Shopping bis zum sozialen Netzwerk, von der Videoplattform bis zur Wohnungsbörse oder Messenger-Dienst: Heute übernehmen digitale Plattformen viele Funktionen in unserem Alltag und sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Eine Plattform kann man sich dabei als eine Art digitalen Marktplatz oder als virtuelle Schnittstelle vorstellen, die Anbieter mit ihren Kunden verknüpft.

Die Gründer der DIPKO, der Digitalen Plattform für kommunale Services, bündeln über eine digitale Plattform die verschiedenen Leistungen kommunaler Unternehmen für den Kunden und vernetzen deutschlandweit Stadtwerkeleistungen. Christian von Ehrenstein, IT-Architekt der DIPKO, beantwortet drei Fragen zum Thema Plattformarchitektur.

Warum habt ihr euch dazu entschieden, eine neue Plattform für Stadtwerke zu realisieren?

Stadtwerke zeichnen sich durch ein breit gefächertes Leistungsangebot aus. Neben der Energieversorgung bieten sie oft Freizeitangebote wie Schwimmbäder an. Außerdem haben sie Angebote der Telekommunikation oder den öffentlichen Personennahverkehr in ihrem Portfolio. Diese verschiedenen Sparten und kommunalen Services innerhalb eines Stadtwerks zu bündeln ist eine Herausforderung, aber dafür bräuchte es noch keine Plattform. Die Idee der DIPKO geht einen entscheidenden Schritt weiter und der fordert eine Plattformarchitektur: Stadtwerke sollen künftig Web-Angebote oder externe Anbieter wie digitale Energiedienstleister oder CarSharing-Anbieter über einen einheitlichen Kundenzugang einbinden können. Außerdem besteht durch eine Plattform wie DIPKO die Möglichkeit sich überregional zu vernetzen. Ein Stadtwerk kann Services und Leistungen dann nicht nur lokal sondern überregional anbieten. Das würde nicht funktionieren, wenn die Unternehmen nur mit ihrer Software vor Ort, also einer „on premise“-Lösung, arbeiten würden.

Was sind besondere Anforderungen, die Plattformen wie DIPKO erfüllen müssen?

Neben den geltenden Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen gibt es ein paar spezielle Anforderungen für solche Plattformen. Sie müssen das umfassende Leistungsangebot der Stadtwerke in vollem Umfang abbilden. Gleichzeitig sollten sie es ermöglichen, einzelne Services individuell zu- und abschalten zu können. Während das eine Stadtwerk beispielsweise über ein Schwimmbad und einen ÖPNV verfügt, hat ein anderes Stadtwerk kein Schwimmbad, dafür aber neben dem ÖPNV viele Parkhäuser. Um die Services ÖPNV, Schwimmbad und Parken je nach Bedarf des jeweiligen Stadtwerks auf der Plattform (de)aktivieren zu können, ist ein hohes Maß an Flexibilität gefordert. Außerdem braucht es einen unkomplizierten Endkundenzugang, damit die Plattform auch genutzt wird. Sie muss dafür eine bestmögliche Unterstützung der Customer Journey gewährleisten. Ein Single-Sign-On zum Beispiel ermöglicht es den Endkunden, alle zur Verfügung gestellten Services mit nur einem Login zu nutzen.

Eine weitere Herausforderung ergibt sich durch die stetige Weiterentwicklung. Wenn neue Funktionen hinzukommen, müssen diese in die laufende Plattform integriert werden. Das ist wie eine OP am offenen Herzen, denn auch während der Implementierung muss alles rund laufen. Der Kunde erwartet heute, dass er ohne Unterbrechung auf Online-Services zugreifen kann.

Wie lässt sich mit der Architektur sicherstellen, dass die Plattform skalierbar und auch zukünftigen Herausforderungen gewachsen ist?

Wir haben einen sehr modularen Ansatz gewählt, um maximal flexibel zu sein – und dies nicht nur in der Entwicklung und in der Frontendeinbindung. Auch bei der Bereitstellung der Dienste zu den Backendsystemen wollen wir möglichst offen sein. Die angestrebte SaaS (Software as a Service)-Lösung basiert dabei auf modernsten Cloud-Technologien. Das bildet ein solides Fundament für eine hohe Skalier- und Erweiterbarkeit. Zudem ermöglicht uns der SaaS-Ansatz einen maximalen Grad an Sicherheit und gibt uns die Möglichkeit, auf die beschriebenen, unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Stadtwerke einzugehen.